Informationen
Zur Biographie
Harald Kretzschmar, geboren 1931 in Berlin, Schulzeit in Dresden, Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, ab 1955 regelmäßiger Mitarbeiter des Eulenspiegel mit Porträtkarikaturen und zeitkritischen Zeichnungen, zahlreiche Buchveröffentlichungen und Ausstellungen.
Harald Kretzschmar überrascht seit über 60 Jahren die anderen Menschen damit, ihnen aus dem Hut ihre Konterfeis zu präsentieren. Unter dem Titel "Wem die Nase paßt ..." lädt er zum Gang durch eine Galerie interessanter Köpfe der Zeitgeschichte und gibt Einblicke in die Werkstatt des Porträtisten.

Nur wenige wissen, was für eine ungewöhnliche Nase sie haben- Kretzschmar zeigt es ihnen mit ein paar Strichen. Und beweist damit, was für einmalige Exemplare der Gattung Mensch sie sind. Diese Fähigkeit entdeckte er bereits im zarten Alter von 15 Jahren, daher kann er jetzt Rückschau halten mit vielen noch unveröffentlichten Bildbeispielen und kann noch nie notierte Schnurren vom Zeichnen erzählen. Wir erfahren, wieweit sein Aktionsradius als porträtierender Chronist der Kulturszene reicht, wie seine Köpfe zum Markenzeichen des Eulenspiegels wurden, wie er den Politikern und Prominenten mit dem Stift auf der Spur bleibt.
In der Ausstellung können Skizzen, Zeichnungen, Acrylbilder und Terrakotten als Proben seines Könnens zu sehen sein. Natürlich ist es möglich, bei dem umfangreichen Fundus eine ganz spezielle Auswahl "lokaler Prominenz" aus Politik, Kultur und Gesellschaft für ein Ausstellungsprojekt zusammen zu stellen. Den Gegebenheiten des jeweiligen Ausstellers angepasst, kann diese Personalausstellung von Originalzeichnungen ... gleichzeitig zu einem interessanten Rückblick auf das umfangreiche Lebenswerk von Harald Kretzschmar werden. Der Umfang der Ausstellung wird ebenso den Möglichkeiten vor Ort bestimmt.
Wie Harald Kretzschmar das Genre Porträt und die Rolle der Nase dabei sieht, schreibt er in den einleitenden Worten zu seinem gleichnamigen autobiografischen Buch:
Die Nase erzeugt von allen Teilen des menschlichen Gesichtes die meiste Komik. Für den bedeutenden oder unbedeutenden, heiteren oder traurigen, lebendigen oder langweiligen Gesichtsausdruck ist sie weniger wesentlich. Bei der Vorderansicht hält die Nase sich zurück. Erst im Profil verleiht sie der Persönlichkeit ein solches. Wenn ich als Porträtist aus meiner Lebensschule plaudere, dann als neutraler Beobachter und engagierter Darsteller von Nasen, die mir passten. Wem die Nase passt, die ich für so manche Gesichtsentdeckung hatte, der sei willkommen ...
Karikierte Porträts als Skizze, als Filzstift-, Feder- oder Pinselzeichnung, Malerei auf Karton, als Plastik, Plakat oder Illustration und in vielen anderen Variationen machen das Schaffen von Harald Kretzschmar aus. Hinzu kommen viele, viele Texte zur Karikatur und ihren Künstlern, sein Engagement für dieses Kunstgenre und natürlich tagespolitische Zeichenmeldungen, die sein Lebenswerk ausmachen, das noch lange nicht an seinem Ende angelangt ist.


Harald Kretzschmar
Paradies der Begegnungen. Der Künstlerort Kleinmachnow
Es ist ein Kommen und Gehen im Künstlerort Kleinmachnow in den glanzvollen wie düsteren Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Für die einen Lebenszeit, Ort des Wohnens, für die anderen ein Platz des kürzeren Verweilens, des Innehaltens, des Ideensammelns. Für alle aber – Schauspieler, Schriftsteller, bildende Künstler, Politiker, Regisseure und Komponisten – ein Paradies der Begegnungen, ein Treffpunkt ungewöhnlicher Menschen, an dem die komischen und tragischen Geschichten der Zeit geschrieben werden. Arnold Schönberg, Kurt Weill, Lily Braun, William Wauer, Paul Henckels, Adolf Grimme, Ernst Lemmer, Wolfgang Leonhard, Walter Janka, Robert Havemann, Gerhard und Christa Wolf, Fred und Maxie Wander, Erwin Geschonneck, Hildegard Knef oder Frank Beyer – jedes Gesicht ein Stück deutsche Kulturgeschichte.
Ein Buch voller Fakten und Anekdoten über fast einhundert Menschen höchst eigenwilligen Charakters und außergewöhnlicher Leistungen, die die Facetten eines Kulturbiotops hart an der Grenze zu Berlin-Zehlendorf zum Glänzen bringen.
Harald Kretzschmar, geboren 1931 in Berlin, Kunststudent in Leipzig und seit 1956 bis heute selbst wohnhaft in Kleinmachnow, geht in wunderbaren Porträtstudien den Wegen der Kommenden, der Gehenden und Bleibenden nach; dabei gelingt ihm eine beeindruckende Forschungsarbeit. Als Meister der Karikatur setzt er die Porträtierten zugleich zeichnend ins Bild – eine feine Liaison für ein Buch des Erinnerns.
Das Buch ... Harald Kretzschmar
"Paradies der Begegnungen. Der Künstlerort Kleinmachnow"
Mit zahlreichen Zeichnungen des Autors
304 Seiten, Format 16,5 × 21,5 cm
Farbiger Festeinband
EUR 19,90 / sFr 34,90
ISBN 978-3-86730-082-7
Erscheint im August 2008 bei Verlag Faber und Faber, Leipzig
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