Manchen, der hier mal wohnte, lange oder nur
kurze Zeit, kennt man schon gar nicht mehr, aber viele, sehr viele sind
unvergessen. Harald Kretzschmar hat sie alle ausfindig gemacht und in einem
wunderschönen, mit seinen Porträtzeichnungen üppig geschmückten Band
vorgestellt. Das Buch ist ein Glücksfall: Liebeserklärung und
Geschichtensammlung, Spaziergang durch die Zeiten und prachtvolle
Personengalerie...
Kretzschmar,
hellwach und immer in Bewegung, lebt schon seit über fünfzig Jahren im Ort, er
kennt die Leute von damals und heute, kennt auch, weil er sich gründlich
umgesehen hat, ihre Lebensumstände und Biographien, und er ist jemand, der
nicht nur meisterhaft den Zeichenstift beherrscht, sondern auch locker und
leichtfüßig mit dem Wort umgehen kann.
Klaus Bellin „Lesart“
Viele frühere Bewohner haben Kleinmachnow verlassen ... Und die anderen, der beharrende Rest, Harald
Kretzschmar unter ihnen? Sie üben sich in der Proustschen Kunst, die verlorene
Zeit zu suchen, die zugleich Lebens- und Geschichtszeit ist. “Paradies der
Begegnungen“ wird so zur Geschichte nicht nur wechselnder Ideologien und auf-
und absteigender Karrieren in gleich mehreren deutschen Staaten, sondern auch
der wechselnden Hoffnungen, Moden und Baustile.
Gunnar Decker „Neues Deutschland"
Der Künstlerort Kleinmachnow lässt sich nicht einfach so in das
brandenburgische Koordinatensystem zwischen Potsdam und Berlin einspannen,
sondern vielmehr in die Dimension Europa. Mindestens ... Nach erstem
Durchblättern meint man ein Kompendium in der Hand zu halten, doch schon beim
Hineinlesen entdeckt man: es ist ein Geschichtenbuch. Eines über die
eigenwilligen Bewohner, deren Kommen und Gehen Kleinmachnow auch einen Hauch
von Weltläufigkeit verdankt.
Kirsten Graulich „Potsdamer Neueste Nachrichten“
Er war wohl selber überrascht von der Fülle der Funde, und diese hat er
in fast zweihundert ebenso leicht wie genau, ebenso geistreich wie faktenreich
geschriebenen und in hundert in bewährter Eulenspiegel-Qualität
hingehaucht gezeichneten Porträts von Künstlern und Intellektuellen aus neun
Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts unter die adäquat gestalteten Buchdeckel von Faber
& Faber gebracht. Eine narrative Kulturgeschichte.
Günter Wirth „Das Blättchen“
Harald Kretzschmar muss mal überall dabei gewesen sein – als das
sozialistische Kunst- und Kulturleben breit entwickelt wurde, flach emporschoss
und schließlich abnippelte ... Er traf an seinem Wohnort fast alle, die bei der
DEFA ihre Honigbrötchen verdienten oder unbeirrbar den Bitterfelder Weg
beschritten und in Memoiren erklärten. Kretzschmar hat sie alle karikiert – und
zu jeder und jedem ein Kapitelchen geliefert ... Hie persönliche Treffs, Klatsch
dort.
Matthias Biskupek „Eulenspiegel“